Beautiful Vision

Beautiful Vision

Beautiful Vision (zur Musik aufs Foto klicken)

Wenn am Sonntag Wahlen wären… Heute ist Sonntag. Spring is in the air. Das Politbarometer macht freudig grüne Frühlingssprünge. Und ich denke mir meinen Teil. Völlig ohne Häme. Aber mit dem bestätigten Wissen, seit mehr als dreißig Jahren berechtigte Befürchtungen zu haben.  Wenn am Sonntag Wahlen wären… Und dabei habe ich doch täglich die Wahl, treffe Entscheidungen für meine am riesigen Kosmos gemessene kleine Existenz, welche für mich natürlich die Größte ist. Persönliche Relativitätstheorie. An den Weggabelungen des Daseins, in den Stunden der Trauer, der Freude oder auch in denen der Gefühlstaubheit. Immer deutlicher wird, dass die restliche offene Straße des Lebens gar nicht so klar vorstrukturiert ist, wie ich manchmal dachte und das kommt mir als langjährigem geistigen Offroader natürlich gut zu Pass. Diese Erkenntnis macht unruhig und neugierig zugleich, bringt zusätzlich wieder dieses Kribbeln der Entschlossenheit früherer Tage zurück, der Zukunft noch ein paar unvergesslich gute Zeiten abzutrotzen und faulen Kompromissen und verpassten Chancen ein weiteres Mal den Rücken zuzukehren und ihnen den Stinkefinger zu zeigen. Egal, ob ich nun den Highway To Hell entlang rase oder gerade die Stairway To Heaven empor stolpere.  Am endlichen Ziel werde ich in guter Gesellschaft sein. Ein Grund zur Eile besteht jedoch nicht. Gemach. Gemach. Gelassenheit und Pausen sind genau so wichtig wie all die Ziele,  durchatmen und genießen. Den Kopf und den Blick frei, das Herz offen und jedes Lächeln zählt. Die rohen Diamanten wollen gesehen und als solche erkannt werden. Langeweile bleibt ein Fremdwort und Bewegung ist die Medizin. Der positiv besetzte Kalender füllt sich zusehends mit Terminen, die durchaus später das Zeug haben können als gern wieder hervorgeholte Erinnerungen zu dienen. Die Welt ist groß, das Leben ist bunt und die Sonne lacht. Innen wie außen. Der Sack mit Wünschen und Träumen ist bestens gefüllt und wird niemals zu schwer.  Und gleich, ob im späten Kneipenzigarettenrauch oder frühen Morgennebel, ich werde sie nie verlieren diese wunderbare Vision vom eigentlichen und wahren Leben, sie wird mein Leuchtfeuer sein und mich weiter leiten. Und wenn du magst, komm einfach ein Stück mit. Oder zwei…

You Can Never Hold Back Spring

Spring (zur Musik auf das Bild klicken)

Spring (zur Musik auf das Bild klicken)

Ich weiß noch nicht, was es ist, aber es gut. Ob es nun der Vollmond der letzten Nacht ist oder die Vollsonne am heutigen Tag oder die Begegnungen der letzten Tage, die Geschichten, die seitdem geschrieben werden, die Bilder die auf Festplatte gebannt sind oder die, die jetzt in meinem Herzen und in meinem Kopf ein ganz besonderes Album bekommen, bis Alzheimer uns scheidet. Die Songs, die Worte, das Lachen, das Lächeln, der freundliche Knuff am Oberarm. All diese Gemeinsamkeiten, das internationale, friedliche Flair. Irgendetwas durchläuft mich wie schon lange nicht mehr. Innerlich. Wie ein kleiner, umtriebiger Wirbelwind, um dann sanft und wohlig schauernd die Wirbelsäule wieder hinunter zu laufen. Gänsehaut. Äußerlich. Mitten in der Nacht auf einem Parkplatz im Irgendwo, ganz weit weg und wiederum eben genau das nicht. Gesättigt, aber nicht überfressen. Nicht hungrig oder gar gieig, aber Appetit auf mehr. Müde, aber die Augen offen und hell und wach gegenüber dem, was das momentane Leben ist. Die Überraschung war ebenso perfekt, wie einfach zu realisieren. Und als ich nachts im Schein der Lampen über die Autobahn dahinhusche, bin ich fern aller Trübsal, trommele munter im Takt der Musik aufs Lenkrad, singe Refrains mit oder ganze Strophen, überhole einen roten Reisebus mit der Aufschrift „Die Zigeuner“, muss schmunzeln und schwebe sanft wieder auf die rechte Fahrspur ein. Jeder Kilometer bringt mich fort und trotzdem näher. Start und Ziel. Der Anfang ist gemacht. Man muss los fahren, um anzukommen. Sich bewegen. Ich erreiche die Grenze, das orange Lichterspalier verlöscht, von nun an ist der Mond die einzige ständige Außenbeleuchtung. Der kalte Jahresbeginn ist überwunden. Und es wird Zeit, wieder der Sonne zu folgen. Ihr, die so leuchtend lacht und warm ist und heiter und leicht. Aus dem versprochenen Bald ist ein Jetzt geworden, der Frühling ist da und man kann ihn einfach nicht aufhalten, ich werde es auch gar nicht erst versuchen…niemals…warum auch?