On The Road Again

Der Wind weht und es wird allmählich Zeit, ihn wieder um einiges freier und frischer um die Nase wehen zu lassen, als dies im schnöden Alltag möglich ist. Aufbruchsstimmung kribbelt nach und nach durch die Blutbahnen. Doch in Wirklichkeit ist der Alltag längst nicht mehr so schnöde, es gibt auch hier immer wieder neue Kringel im internen Lebenskalender, die noch lange und hell nachleuchten und magische Momente markieren. Diese sind geprägt von baumelnden Seelen, den unterschiedlichsten Genüssen, wunderbaren Gesprächen, alles schwebt für sich zeit- und schwerelos im Raum, wird enger und vertrauter, klarer und dankbarer. Wichtigkeiten verschieben sich und konzentrieren sich aufs Neue. Ein Netz spinnt sich weiter und gibt neuen Halt, wenn man bereit ist, los zu lassen von alten Ängsten und Bedrohlichkeiten, um sich endlich frei und vertrauensvoll fallen zu lassen. Ein Lachen holt mich aus dem Schlaf und in den Tag. Gegen das Licht sehe ich nur eine Silhouette, die leise zu mir spricht. Und ich weiß, ich bin am Leben, mittendrin im Leben an diesem Morgen und längst dort angekommen, wo ich gerne und möglichst lange bleiben möchte. Dabei ist es mir egal, ob der Regen gegen das Fenster klatscht oder die Sonne meine Haut rötet. Wichtig und heilig ist mir, all diese Momente zu teilen mit jemandem, der sie zu schätzen weiß. Rohe Diamanten würde man gegebenenfalls achtlos wegwerfen, wenn man sie als solche nicht erkennt. Nehmen wir uns die Zeit zur Erkenntnis und die innere Ruhe, sie zu schleifen, damit sie funkeln und blitzen, und so ihre ganze Pracht offenbaren. Dann werde ich mich wieder auf die Straße begeben und reisen mit leichtem Gepäck, alleine, aber niemals einsam. So werde ich mich freuen und einlassen können auf all die Begegnungen, die auf mich warten, um mit neuen Eindrücken und noch größerer Freude wieder dahin zurückzukehren, wo ich zu Hause bin: Dort, wo mein Herz schlägt.