Italy, July 2012 – Slideshow

Pool

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Alle diese Fotos habe ich mit meinem Mobiltelefon aufgenommen. Viel Spaß!

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All these photos were taken by my mobile phone. Enjoy!

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Summertime

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Nun, die Zeit verrinnt, doch sie ist gefüllt mit Neuem, Umwerfendem, Nie- Gedachten. So die Einsicht, dass oft die Fantasie nicht ausreicht und die Realität einfach schneller und klarer ist. Nie Geträumtes wird auf einmal wahr und ist immer noch nicht zu begreifen. Die Sonne scheint in jeden Winkel meiner Seele, doch so werden dann eben auch die Schatten sichtbar. Alles hat seinen Preis. Jede Medaille, so hoch sie einen dekorieren mag, hat ihre zwei Seiten. Aber man kann ja einfach die beliebtere Seite nach außen tragen. Und so ist das Leben dann wieder schön und einfach und fühlt sich natürlich an. Für Glück gibt es keine Vorschrift bezüglich von Angaben des Verfallsdatums. Nirgendwo prangt ein Etikett: „Mindestens haltbar bis…“ So könnte man sich einfacher auf den erneuten Verlust einstellen. Aber muss es überhaupt verfallen? Ja, ich weiß, Glück setzt sich aus einzelnen Momenten zusammen, wie eine Linie  aus einer Unzahl von einzelnen Punkten gebildet wird. Und trotzdem ist Glück nichts Lineares. Es unterliegt einer nicht zu berechnenden Kurve. Und das ist auch gut so. Ich möchte wie jetzt einfach in den italienischen Tag hineinleben. Offen sein für das, was sich hier und jetzt bietet. Es ist Stoff genug, um eine Menge wunderbarer Erinnerungen zu schaffen für die Zeit, die noch bleibt. Später dann. Wo auch immer. Mit wem auch immer. So wie jetzt mit dem Blick zurück. 33 Jahre alte Parallelen wachen auf. In dieser Erinnerung lebt immer noch ein unvergleichlicher, heißer Sommer voller Träume und Lebensgier. Und hier und jetzt ist der Sommer wieder so heiß und Träume gibt es reichlich und die Lebensgier ist ungesättigt. Ja, ich nehme mir diesen Tag und die nächsten beiden an diesem Ort. Dann wird es wieder anders und auch das wird seinen Reiz haben. Es lebe die Leichtigkeit dieser Sommertage im Mezzogiorno für das Nun. Und für das Dann wird sie immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Bretagne 2011

 

Bretagne 2011

Bretagne 2011

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Die Bilder habe ich während meines Bretagne- Urlaubs im August 2011 aufgenommen.

Connected

Connected (zur Musik auf das Foto klicken)

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Es ist ein schönes Gefühl, wenn man plötzlich bemerkt, alles richtig gemacht zu haben. Eine schallende Ohrfeige an alle Zweifler. Der Glaube versetzt Berge oder über eben diese. Und wenn es dann noch die Alpen sind auf dem Weg in das Land, in dem die Zitronen blühen, ist das an sich schon eine feine Sache. Und dann vergisst man den kalten Start und erfreut sich an der warmen Landung, sitzt in diesem Café, lacht und fragt sich, warum man eigentlich noch einen Rückflug gebucht hat. Es ist doch gut so, wie es ist. Warum es denn gleich schon wieder ändern? Die innere Uhr bewusst zum Bremsen bringen. Die üblichen 60 bpm auf die Hälfte reduzieren und schon verdoppelt sich der Lebensgenuss. Der Puls wird geschmeidig und lässt sich auch nicht von diesem hervorragenden italienischen Espresso aus der Ruhe bringen. Händeschütteln, Fragen, Lachen, Antworten. Sprachgewirr. Es sind sowieso nicht die Worte, die zum Verstehen führen. Es ist ein gemeinsamer Geist, der uns zusammenführt, das Wissen um ein gemeinsames Tun und Interesse. Es ist kein Traum, man braucht mich nicht zu kneifen. Im vollen Bewusstsein sauge ich diese Momente des Glücks ein, um jeden ihrer Winkel genüsslich auszukosten. Gesten, Blicke, die Verbindungen herstellen. Und am Tag nach dem grandiosen lauten Glück folgt der Abend des weitaus stilleren Wohlbefindens. Irgendwo in der Mitte vom großen bergigen Nichts tut sich eine Oase auf, die allerlei Leckereien bereit hält. Dazu Weingläser, die sich fast wie von selbst füllen. Immer noch sind es über 25 Grad Celsius. Die Nacht senkt sich auf uns, der Vollmond gesellt sich dazu und es zeigt sich ein fantastischer Blick auf die Lichter der Tiefebene. Eine innere Ruhe erfüllt mich. Nicht denken möchte ich an die Hektik, die mir woanders sicher schon wieder auflauert. Es gelingt mir. Denn das Hier und das Jetzt geben mir die nötige Kraft. Und das Lächeln und die Worte zum Abschied lassen mich wissen, dass ich verbunden bin mit Menschen, von denen ich mir wünsche, sie noch oft zu treffen. Leben, so liebe ich dich!

3. Bretonisches Tagebuch – La Chèze – Le Conquet, 22.08.2011

Les Blancs Sablons

Les Blancs Sablons

Ich bin am Ende. Völlig am Ende. Finistère. Am Ende der Welt. Unweit von meiner aktuellen Bleibe ist die Pointe de St. Mathieu, eine der westlichsten Felsnasen des bretonischen Festlands. Weiter draußen im Meer liegen noch ein paar Inseln, Molène und Ouessant zum Beispiel.

Der Regen prasselt auf das Dach. Vor einer halben Stunde konnte ich den Untergang der Sonne sehen, die sich heute sehr bedeckt gehalten hat, nachdem sie sich am Wochenende ausgiebig ausgetobt und mir eine gewisse Röte ins Gesicht getrieben hat.

Das Festival in La Chèze ist mittlerweile seit 24 Stunden zu Ende. Es war einfach gut, nein, mehrfach gut. Einzelheiten werde ich hier immer wieder einfließen lassen. Oh, es ist schon ein mächtiger Sprung vom Trubel der letzten vier Tage hin zur Einsamkeit am Ende der Welt. Gerade überlege ich, was mich jetzt besser begleitet beim Schreiben: Ein Calvados oder ein eiskalter Muscadet.

Letztendlich gewinnt der Calvados. Draußen ist es nicht mehr lustig. Ein gewaltiger Temperatursturz ist zu verzeichnen. Die italienische Nachbarin läuft schon den ganzen Abend im Anorak herum, die Kapuze fest unter dem Kinn verschnürt. Ok, das scheint mir jetzt um einiges übertrieben, aber wer sicher andere Temperaturen gewöhnt ist, für den ist das hier gewiss jetzt der Schocker. Nun regnet’s erst einmal.

Soll es!

In meinem Schneckenhaus bin ich trocken. Zu futtern gab es heute Abend Bratkartoffeln, diese mit der roten Schale, die ich dann auch gleich dran gelassen habe. Dazu Spiegelei auf rohem Schinken.

Yumm.

Ein kleiner musikalischer Rückblick auf letzten Freitag in La Chèze:

Der Nachmittag startetmit einem weiteren Konzert von Alex de Vree und Thomas Troussier.

Dieses Mal betreten sie die Bühne auf den „Iles“, den Inseln im kleinen Flüsschen, das durch La Chèze fließt. Es ist der richtige Einstieg in einen langen Musik geprägten Tag, der noch einige Überraschungen bereit hält.

Aber davon weiß ich jetzt noch nichts, als ich den Klängen der Beiden lausche, hier und da ein Foto schieße, ein kurzes Gespräch führe.

Der Zweite auf dem heutigen Programmzettel ist Tom Attah, ein aus Großbritannien stammender Bluesmusiker. Sein Auftritt ist ein weiteres Highlight dieses Festivals.

Tom’s Art zu singen, hat schon etwas Einzigartiges. Vom tiefsten Tief seiner Bauchstimme wechselt er in die höchsten Höhen seiner Kopfstimme. Sein Gitarrenspiel sucht seines Gleichen.

Wenn er Titel von Robert Johnson spielt, wie beispielsweise „Corssroads“ oder „Terraplane Blues“, erlebt man etwas wie die Reinkarnation dieses Urvaters des Blues.

Tom Attah geht völlig in dieser Musik auf. Und er spielt ihn, um den Leuten zu erklären, was Blues ist und woher er stammt, die (Zitat) „immer noch meinen, dass Eric Clapton in den Sechzigern den Blues erfunden habe“.

Damit hat er die Lacher auf seiner Seite. Klar. Tom spielt ein tolles, vielseitiges Set.

Zum Abschluss des Nachmittags gibt es noch eine Akustik- Jam Session mit Alex und Thomas.

Sogar Steve Nimmo steigt mit ein. Hier gibt es dann noch eine Interpretation zum Dahinschmelzen von „Summertime“, Tom Attha intoniert Gershwin’s Song auf seine ihm gegebene Art und Weise. Goose bumps again.

Der Abend in der „Salle de Fêtes“ beginnt mit einem Wachrütteler und Abtanzkonzert der niederländischen Band „CC Jerome’s Jetsetters“. It’s Rockabilly- Time.

Und ab geht sie. Die buchstäbliche Post. Gleich vom ersten Akkord weiß man, wohin das bestens eingespielte Trio abzielt: Auf Bauch und Beine.

Keinerlei Zeit für Sentimentalitäten. Die Show entspricht ganz und gar nicht dem, was man erwarten könnte, wenn man ihre letzte CD gehört hat, auf der sie den Pianisten Gene Taylor begleitet haben. Wer die Musik der Stray Cats mag, ist hier bestens bedient, wenngleich es sich keinesfalls um einen Abklatsch des Trios um Brian Setzer handelt. CC Jerome & The Jettsetters spielen ihr eigenes Ding und das gut und eindringlich.

Der Applaus ist gewiss und die Zugabe ebenfalls.

Umbaupause. Gespräche.

24 Pesos…

Was soll man zu dieser Band sagen? In einem Podcast von Paul Jones (Blues Band) wöchentlicher Bluessendung auf BBC 2 habe ich sie zum ersten Mal gehört. Und war überrascht. Es ist so gar nicht, was der Purist von einer Bluescombo erwartet. Nein, um ehrlich zu sein, ich habe gar keine Erwartung an diese Band, die in Kennerkreisen so viel Aufsehen erreicht.

24 Pesos eben. Sie sind anders. Sie spielen anders. Sie interpretieren anders. Ihre Titel sind anders. Alles ist anders. Genau das bedeutet, dass sie ihren eigenen Weg eingeschlagen haben und diesen auch konsequent weiter verfolgen.

Ein Konzert der 24 Pesos ist wie eine Reise ins Ungewisse, du weißt nie, was dich hinter der nächsten Ecke erwartet. Und von diesen Ecken gibt es viele und ebenso viele Kanten, hier ist nichts geschliffen oder glatt poliert.

24 Pesos ist allemal ein Konzerterlebnis wert, die CD den Kauf ebenso und man darf jetzt schon gespannt sein auf ihr neues Werk, das gerade in der Mache ist.

Mehr zu 24 Pesos hier: http://www.bluesfocus.net/

Es ist gegen 2 Uhr in der Nacht, als ich ziemlich ausgeknockt in mein Wohnmobil krieche. Mit dem Gefühl, einen tollen Tag erlebt zu haben; schlafe ich ein.

Heute ist schon Mittwoch, der 24.08.2011. Nachdem ich nun zwei Tage auf dem Conquet zugebracht habe, geht es gleich weiter; eventuell ein wenig Küste hinauf nach Norden, aber dann wieder südwärts auf die Halbinsel von Crozon, die mir seit meinem letzten Trip hierher noch in bester Erinnerung ist.

Ein bisschen schwer fällt mir der Abschied hier schon, denn der Strand ist wirklich eine Entdeckung. Schön gelegen in einer Bucht mit Blick auf die vorgelagerten Inseln. Gestern Abend habe ich ein Sonnenuntergangshooting vorgenen. Die Bilder muss ich aber noch begutachten. Gegen acht Uhr heute Morgen schien noch die Sonne, jetzt ist schon wieder alles zugezogen. Aber auch das kann sich noch ändern.

Der Campingplatz hat zwei Sterne und auch nicht mehr verdient. Die Sanitäranlagen werden so gut wie nicht gepflegt. Dafür ist der Preis von 19,90 € für eine Person mit WoMo und Stromanschluss allerdings zu deftig.

So, jetzt wieder die Stromleine einholen, alle Schränke verriegeln, damit das Schiff wieder schaukeln kann und nichts verschütt geht.

3. Bretonisches Tagebuch – Erquy – Val- André – St. Brieuc – Loudéac – La Chèze, 18.08.2011

Va-André

Von Erquy bin ich die paar Kilometer an der Küste entlang nach Val- André gerollt. Auch hier war ich damals des öfteren.

Val- André hat sich mittlerweile zu einem modernen Badeort gemausert. Auf der langen Strandpromenade flanieren eine Menge Menschen. Die zwei Verkaufsstände mit alten Drucken, alten Postkarten und alten LPs sind immer wieder umringt von Neugierigen. Normalerweise gibt es wohl mehrere dieser Stände, wie ich aus einem Gespräch erfahre.

Endlich erlebe ich einmal einen Strand bei Flut, der Sandstreifen ist aber immer noch breit genug für all die Badegäste, die sich bereits am Vormittag hier eingefunden haben. Ich mache einen Strandspaziergang, genieße die Meeresluft und freue mich des Lebens.

Die von der Frühsonne hell durchleuchtete morgendliche Dunsthaube, die über dem Ganzen liegt, hüllt alles in ein fast unwirkliches Licht.

Bis St. Brieuc brauche ich eine knappe halbe Stunde. Hier will ich noch einmal in einem der großen Konsumtempel die Lebensmittelvorräte auffrischen, bevor es dann über Loudéac nach La Chèze geht.

Ein wenig habe ich wieder mit der Beifahrertür meines Schneckenhauses zu kämpfen, sie will sich partout nicht abschließen lassen. Mit etwas gutem Zureden und ein paar Tropfen bestem französischen Olivenöl, gibt das Schloss dann endlich seinen absurden und lächerlichen Widerstand auf.

In Loudéac, das ich nach einer weiteren guten halben Stunde erreiche, mache ich noch einmal Stopp bei einer Filiale der US- amerikanischen Systemgastronomie, gönne mir einen großen Kaffee und eine halbe Stunde gratis Internetnutzung, um schnell meine Mails abzurufen und ein paar davon gleich zu beantworten, da ich aus Erfahrung weiß, dass ich in La Chèze so schnell keine Verbindung mit der schönen Bits und Bytes- Außenwelt aufnehmen kann.La Chèze, here I come!

Das ist mein Ausruf, als ich das Ortsschild passiere.Es ist wie Nachhause kommen. Ich bin jetzt das dritte Mal hier. Die Einfahrt auf den Platz unten am Weiher liegt aus meiner Fahrtrichtung gesehen in einem ziemlich spitzen Winkel. So steuere ich meinen Mini- LKW bis ans Ende des Ortes. Dor kann man prima wenden. Erfahrungswert!

So ganz sicher bin ich mir nicht, aber ich habe so eine Erinnerung, dass im letzten Jahr diverse Kabel über den Platz verliefen, an deren Ende dann ein Woh7nmobil hing.

Meine Erinnerung täuscht beileibe nicht, es gibt tatsächlich alles hier, was das Camping- Car- Freak- Herz höher schlagen lässt: Frischwasser, Entsorgemöglichkeit und sogar Strom.

Und sogar noch einen freien Platz.Meine beiden niederländischen Freunde Zjosque und Xander haben ihre Zelte bereits am Ufer des Weihers aufgeschlagen. Vor zwei Jahren haben wir uns hier kennengelernt und sind uns mittlerweile immer wieder auf Blueskonzerten bzw. Festivals begegnet.

Das Wiedersehen ist genauso herzlich wie das mit Philippe, Ronan, Stéphane, Michel, den Jungs von Texaroma, der „Hausband“ von „Blues au Château“ und einigen lieben Menschen mehr.

Angekommen.

Blues au Château 2011

Blues au Château 2011

Das Festival wird eröffnet von Alex de Vree, einem Niederländer, der in Nantes als Englischlehrer arbeitet. Er spielt akustische Gitarre und singt. In frankreich har Alex schon diverse Preise für seine Kunst abgeräumt. Begleitet wird er von Thomas Troussier, der spielt Harp. Thomas Troussier? In meinem Kopf arbeitet etwas. Der Name kommt mir bekannt vor. Ist das nicht…? Ich frage Philippe: „Sag mal in welcher Band hat Thomas früher gespielt?“ – „Bluetones…“ Voilà! Mit Thomas habe ich vor ein paar Jahren regen Mailaustuasch über MySpace gehabt und er hat mir sogar damals die aktuelle CD der Bluetones geschickt.

Und wieder fallen mir Sean Carney’s Worte: „It’s a small blues world…“ ein. Ja, diese Welt ist klein, irgendwann trifft man sich auf dem Bluestrail.

Die Beiden spielen ein tolles Konzert „old style“. Alex’ Stimme ist stark, sein Gitarrenspiel ebenfalls und Thomas’ Harp tut das Ihrige, um die inzwischen ca. 150 Zuschauer zu erfreuen.Das ganze Szenario spielt sich im alten Schlosshof ab, es gibt reichlich zu essen und zu trinken, „Galette Saucissse“, Bier, Wein, Cidre und auch Alkoholfreies… Die Atmosphäre ist wieder einmal kaum zu beschreiben. Wohlfühlzeit ist erneut angesagt.

Wir sind in Frankreich, nein, ja auch, aber vor allem sind wir in der Bretagne. Und auf Ronan’s T- Shirt steht auf dem Rücken: „On vit en Bretagne et on aime le Blues.“ (Wir leben in der Bretagne und wir lieben den Blues.)

Der zweite Act am Eröffnungsabend wird gestaltet von Steve Nimmo, der einen Hälfte der Nimmo Brothers aus Schottland. Begleitung findet er durch Herbert (Bass) und Gwendal (Drums) von Texaroma.

Was nun folgt ist Elektroblues vom Feinsten. Steve Nimmo spielt eine fantastische E-Gitarre und ist darüber hinaus noch mit einer Wahnsinnsstimme gesegnet. Wir hören Titel aus Steve’s eigener Feder, aber auch Songs von anderen Autoren wie zum Beispiel Otis Rush.

Steve Nimmo & Texaroma

Steve Nimmo & Texaroma

Einen fulminanten Höhepunkt bekommt das Ganze, als ich dann noch Rémy, der Gitarrist von Texaroma mit auf die Bühne gesellt.  Dass Rémy ebenso ein gnadenlos guter Gitarrist ist, avon konnte ich mich bereits in den beiden Jahren zuvor überzeugen.

Ihr Titel „One Way Out“. Die Allman Brothers lassen für gefühlte 10 Minuten grüßen. Für den Titel „The House Is Rocking“ sprintet die aus Indianapolis stammende Sylvia Howard auf die Bühne.

Sie wird am Samstagabend ihr eigenes Set präsentieren. Eine quirlige, immer zu ein paar Scherzen aufgelegte junge Dame, die hier schon einmal eine kurze Kostprobe ihres gesanglichen Könnens abgeben kann.

Kurz vor Mitternacht ist der wunderbare Eröffnungsspuk der sechsten Ausgabe von „Blues au Château“ vorüber. Die Freude über den gelungenen Start ist enorm, so darf man auf die Fortsetzungen in den nächsten Tagen gespannt sein.

3. Bretonisches Tagebuch – Erquy, 17.08.2011

 

Hôtel de MorinDa ich ja Urlaub habe, habe ich mir heute einen fahrtechnisch gesehenen Ruhetag verordnet. Einfach nur abhängen, etwas schreiben, etwas lesen, etwas essen, etwas trinken, also leben wie Gott in Frankreich und ihn dabei gleichzeitig einen guten Mann sein lassen.

Morgen geht’s dann weiter nach La Chèze, wo ich zum dritten Mal in Folge dem Festival „Blues au Château“ beiwohnen werde.

Die Vorfreude ist groß, die auf die Musiker, aber vor allem die auf die lieben Freunde, die ich dort zu treffen gedenke.

Das mit dem Internet funzt, ich habe freundlicherweise eben den Zugangscode bekommen. So werde ich heute diese Texte auch in den Blog stellen können.

Nee, nee! Bloß keinen Stress!  Stressabbau ist ja die aktuelle Devise. Also halte ich mich auch daran.

12Uhr ist ja schon durch. Zeit für einen kleinen Pastis.

Sehr gute Idee.

Zum Frühstück gab es Kaffee, frisches Baguette, ein Weichkäse „Coeur de Lion“, der im Lande seiner Produktion, doch immer noch anders, also besser schmeckt als im Importland Deutschland. Wirklich und ehrlich.

Das ist ähnlich wie mit dem Olivenöl. Und ich traue mich, frech zu behaupten, dass hierzulande einige für den Export vorgesehene Produkte eigens für den Zielmarkt geschmacklich „eingestellt“ werden.

Was soll’s, derzeit sitze ich ja an der Quelle und genieße einfach die Originale. Voilà. Und den „Löwenherz“- Weichkäse begleitet bei jedem Happen ein genüssliches „Hmmmmmm!!!“

Irgendein hungriger Nachbar hat den Holzkohlegrill gezündet. Es riecht nach Brandbeschleuniger, pardon Grillanzünder, und es qualmt – hüstel, hüstel – fürchterlich.

Zum Wetter habe ich ja heute noch gar nichts gesagt: Die Mittagssonne sticht an den paar Wölkchen vorbei direkt auf die Bretagne. So kann und soll es auch ruhig bleiben. Frohlocken ist somit angesagt.

Nenne es Tatendrang, Entdeckergeist oder nur einfach schlechtes Gewissen. Eigentlich wollte ich ja nur hier direkt neben dem Campingplatz, der sich „Bellevue“ nennt, ein paar Strohrollen fotografieren (mehr gibt die „Schöne Aussicht“ nämlich nicht her) und meinen Abfall in den im Eingangsbereich befindlichen Behältern fachgerecht entsorgen (in Frankreich ist es mittlerweile üblich, den Müll zu trennen, hört, hört!!).

Den ganzen Mittwochnachmittag habe ich hier den „Paresseux“, den Faulen gegeben und einfach mal nichts getan. Sogar das Denken ist mir für seltene Momente völlig abhanden gekommen.

So schnappe ich mir die Fototasche und den prall gefüllten Müllbeutel und schluffe gen Ausgang. Da gibt es Tonnen für Papier, Plastikflaschen, Glasflaschen, Aludosen und gleich eine größere Anzahl für den Rest.

Meine Glasflaschen treffen dumpf den Boden der entsprechenden Tonne. Sicherlich war eben erst Leerung. Ich habe nur noch von dem , was man getrost unter Restmüll einsortieren kann. So öffne ich die erste dafür vorgesehene Tonne: Bis oben hin voll. Mit Restmüll, Papier, Plastikflaschen, Glasflaschen, Aludosen. Ebenso die zweite. Grinsend finde ich in der dritten endlich Platz für mein Wegzuwerfendes.

Dann gehe ich ein paar Schritte die Straße hinab, knipse die Strohballen. Ha, toll: Gegenlicht. Etwa 500 Meter weiter ein typischer Bauernhof aus Bruchstein. Ich gehe weiter. Und weiter. Irgendwann ein Schild mit der Aufschrift „Plage de St. Pabu“. Der Pfeil weist nach rechts. Ich folge. Passiere das Hôtel Morin, das aussieht wie ein früheres Kloster, ein traumhaftes altes Bruchsteingbäude.

Mit jedem Schritt weiter geht es auch weiter hinab zum Strand, den ich dann nach etwa zwanzig Minuten erreiche.

Kurz vorher gibt es noch den toll gelegenen Campingplatz St. Pabu, den ich mir sofort für etwaige spätere Aufenthalte hier vormerke. Denn, wenn er auch nicht so heißt, bietet der sicher eine „Bellevue“ und die direkt auf den Strand und das in Ebbe befindliche Meer.

Einmal wenigstens die Füße ins Wasser halten, das muss sein. Dann noch ein paar Fotos. And the only way is up. Ja, unten ist man bekanntlich ganz schnell, aber aufwärts ist immer problematischer. Ich weiß jetzt nicht mehr, was mich am meisten aufrecht gehalten hat: Der Gedanke an die anschließend kräftige und heiße Dusche oder der Gedanke an das eiskalte Bier aus dem saucoolen Frigo.

Egal. Beides habe ich inzwischen genossen. Jetzt werde ich mich der Internetzone nähern und das alles hier posten.

Futtern muss ich auch noch was…