It’s My Life

 

It's My Life

It's My Life (zur Musik aufs Foto klicken)

Ich lebe. Ich bin. Und manchmal denke ich sogar. An das, was ist, an das, was sein kann. Auch an das geglaubt Unmögliche. Es ist mein Leben und jeder Tag, jede Nacht reiht sich auf die Daseinsschnur wie Perlen und keine gleicht dabei der anderen. Das grelle Funkeln der Sonne, die schwarze Tiefe der Dunkelheit, der trübe Hauch des Nebels, das befreiende Lachen, das gleichermaßen befreiende Weinen, gemütliche Spaziergänge am Abend, die zahllosen Konzertbesuche, inspirierende Gespräche mit Freunden, die rasante Fahrt auf der Autobahn, genüssliches Essen, der gewachsene Mut, die Zukunft zu akzeptieren, die milde Weisheit der Vergangenheit gegenüber, die helfenden Hände, die sich mir entgegenstrecken, Herzen, die sich öffnen, das sichere Wissen um die Endlichkeit, der stärkende Wille zur Veränderung, unausgegorene Pläne für das Morgen, die pulsierende Lust am Neuen, immer wieder diese Musik, die weiter trägt, entfacht oder beruhigt. Lebenselixiere. Die alltägliche Medizin für Seele und Verstand. Dieser Sommer versinkt im Moment im Regen und im Grau und erleichtert so das morgendliche Aufstehen auch nicht gerade. Es ist mein Leben. Öffentlich wie privat. Und da möchte ich die Oberhand behalten und das tun, was ich tun möchte. Reinreden in mein Leben lasse ich mir schon lange nicht mehr. Tu das, tu dies nicht, du solltest aber mal wieder…. Nein! Da sage ich „Nein!“ Was ich tue, tue ich mit Bedacht und Ruhe. Es ist meine Verantwortung für mich selbst. Gehetzt bin ich genug. Die Geister, die ich rief. Habe ich sie wirklich gerufen? So laut, so deutlich, dass sie jetzt anfangen, in meinem Leben herumzukaspern? Sie zeigen jetzt ihre wahre Fratze und ich weiß nicht, ob ich mich mit Grausen abwenden soll oder nur einfach lachen über deren zur Schau getragene eigene Unzulänglichkeit. Im Geiste packe ich bereits meine Koffer, um zu reisen. Dahin, wo Freunde auf mich warten. Hier und dort. Das Auto ist bereits betankt für das eine Abenteuer und der Flug gebucht für das andere. Noch ein wenig Geduld und es kann losgehen. It’s my life and I do what I want…

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Summertime

Summertime

Summertime (zur Musik auf das Bild klicken)

 

Flamingos spazieren durch den Park und es ist Sommer, endlich wieder, es riecht nach frisch gemähtem Gras, Urlaub und Sonnencreme. Während ich noch den für mich geeigneten Lichtschutzfaktor berechne, verpasst eine zierliche Amerikanerin in London ihren Anschlussflug aufs europäische Festland und bringt damit drei Italiener dazu, ihre Pläne zu ändern und den langen Weg in die Niederlande per Auto zu bestreiten. Die lustige, alte Welt verliert nichts von ihrem grinsenden Charme, den sie wieder in alle Himmelsrichtungen versprüht. Sie liebt das Chaos und das Chaos liebt sie. Ein von Arbeit geplagter Nicht- Priester tut den fast schon an biblische Sicherheit grenzenden Ausruf: „Gott sei Dank, es ist Freitag!“ Und das ist es und ich bin froh darüber und die Meteorologin im Radio prophezeit uns Grillwetter für das ganze Wochenende und das in einer Zeit, in der man redlich versucht, weiblich und fußballweltmeisterschaftlich das Lebensgefühl auf Sommermärchenniveau anzuheben. Die nächste Runde ist geschafft, so sehen wir erst einmal gelassen weiter. Zurückschauen auf das letzte Sommermärchen möchte ich mittlerweile gar nicht mehr. Es war gut, es bräunte tief, aber auch das verlor sich dann noch während des Winters. Da konnten auch die Schneeengel nicht mehr helfen. Der Blick geht auch nicht zurück im Zorn, sondern im Einklang mit meiner neuen Weltanschauung lustvoll nach vorn. Die Zukunft wird mich fordern. Bereit bin ich. Für sie. So blicke ich ihr freudig entgegen. Es wird sich etwas tun. Mal wieder und das zum Positiven. Einige Weichen kniraschen noch ein wenig beim Stellen, doch sie werden allmählich gängiger. Und jetzt erreicht mich die Nachricht, dass die drei Italiener am Gotthard mit einer Autopanne liegen geblieben sind. Das bringt mir wiederum einen überraschenden freien Abend, leider aber auch die Gewissheit, dass sich unser Wiedersehen verschiebt. Ein ganz normaler Julifreitag. Übrigens fast auf den Tag genau vor 40 Jahren verstarb Louis Armstrong ein paar Tage nach Jim Morrison. Beide Musiker, so unterschiedlich sie auch sein mögen, haben uns ein reichhaltiges Erbe hinterlassen. 1957 nahm Louis mit Ella Fitzgerald den Gershwin Klassiker «Summertime» auf. Und ich muss deswegen immer an Frankreich denken und an einen bestimmten Camembert, in dessen Schachtel ich vor etlichen Jahren einmal als musikalische Zugabe zum duftenden Käse eine Mini- CD mit eben diesem Titel vorfand. Ebenfalls zur Sommerzeit.