Sail Away

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Fragen ohne Antwort. Antworten auf nie gestellte Fragen. Ja. Nein. Vielleicht. Warten wir’s ab. Wir werden sehen. Herumirren im schalltoten Raum zur Sonnenzeit, in der alles klar erscheint, greifbar, nahe, luftig und leicht. Ein Ja zu alledem. Ein freies Bekenntnis. Zu etwas zu stehen. Zu sich selbst. Zu jemand anderem. Zu seinen Gedanken. Zu seinen Zielen. Zu seinen Gefühlen. Zu seinen Bedürfnissen. Hier und da weht ein Hauch des Zweifels durch frisch renovierte Lebenszimmer. Die stumm schreiende Suche nach dem Halt, an den man sich klammert und von dem aus man sich weiter orientiert. Für das Morgen, das sicher kommt und einen nicht unvorbereitet treffen soll. Sicherheiten gibt es nicht. Nicht von dir, nicht von mir. Aber es gibt alte, lang gehegte Träume und unumstößlich heilige Wünsche. Deutliche Bilder im Kopf. Kühne Ideen und liebenswerte Spinnereien. Getrennte Wege und Gemeinsame. Und Vertrauen auf das Hier und Jetzt, in dem sich all das findet, was wir brauchen zum Leben, zum Überleben. Wenn die reine, ungetrübte Bereitschaft da ist, dies zu sehen und zu erkennen. Schau dich nur um. In Ruhe. Es ist Zeit für die nächste Etappe auf der Reise. Blick nach vorn und mutig und gewandt durch die nächste Jahreszeit und die Klippen des Alltags. Mit frischen Proviant und ebenso frischem Wind im Rücken. Fort von den Dämonen und Fantomen der Vergangenheit. Lass uns die Gegenwart nutzen, um die Zukunft zu erreichen. Wie es da aussieht, weiß auch ich nicht. Auch die Fahrt dahin wird vielleicht nicht einfach, aber wir werden sie trotz aller Untiefen und Unwetter zu genießen wissen, weil uns Sonne, Mond, die Sterne und die Herzen den Weg weisen und die Zeit unser Freund ist. Auf die Art werden wir an Orte gelangen, die wir noch nie gesehen haben und auch nur gemeinsam sehen werden. So bin ich gerne wieder Abenteurer, weil ich Vertrauen habe in die Kräfte, die uns gegeben sind. Setzen wir die gestärkten Segel und lösen wir alte, marode Taue. Was hält uns dann noch?

A ship is safe in the harbour, but that’s not what ships are built for…

Inside Lookin‘ Out

Inside Lookin' Out

Inside Lookin' Out (zur Musik aufs Foto klicken)

Da lebt man durch die Nacht und in den Tag, freut sich des Lebens, genießt die strahlende Sommersonne, sammelt ein vierblättriges Kleeblatt nach dem anderen. Die riesige grüne Wiese scheint übersät damit. Und schön ist das Leben und leicht und unbeschwert. Man ruht ganz in sich und sieht die Welt da draußen mit ganz anderen Augen als noch Monate zuvor. Ein Sommermärchen. Wirklich nur ein Märchen? Oder ein Sommernachtstraum. Wirklich nur ein Traum? Allmählich wird es Herbst. Und plötzlich sind die Fragen da. Was wird aus dem Märchen? Geht es weiter? Was wird aus dem Traum? Wird er platzen? Ist das schon die berühmte Herbstmelancholie, die sich an den noch jungen und lebenshungrigen Knospen der Seele zu schaffen macht? Ja, ich bin bei mir, ganz nah und in mir, ganz tief. So wie schon lange nicht mehr. Deutlich hörbar ist der Pulsschlag der möglichen Chancen. Sie stehen gut. Ich sehe aus meinem Innersten nach außen auf das, was mir wichtig geworden ist. Lieb und teuer. Es ist diese wunderbare Nähe, die mich taumeln lässt. Manchmal denke ich, ich bin zu übermütig in meinem Empfinden. Zu sorglos. Wieder einmal. Gilt es nicht, alte Fehler zu vermeiden? Ich schließe die Augen und beruhige mich. Alles ist ok. Der Weg ist der Richtige. Das Tun ist das das Richtige. Die Worte sind die Richtigen. Ich möchte auf dieser Reise verweilen. Lange noch. Auch ohne festgelegtes Ziel. Manchmal nur möchte ich wissen, wo wir uns befinden. Jetzt gerade. Einfach so. Zur weiteren Orientierung. Im Sommer, Herbst, Winter und im Frühjahr.

Danny Bryant’s Redeye Band am 15.09.2010 im Spirit Of 66, Verviers (B)

Danny  Bryant

Danny Bryant

 Da ist er wieder. Vom ersten Akkord ohne Schnörkel, ohne Kompromisse, direkt auf die berühmte Zwölf.

Ich versuche erst gar nicht zu zählen, wie viele Male ich Danny Bryant und sein Familienunternehmen schon live erleben durfte.

In keinem dieser Konzerte gab es auch nur den geringsten Anlass, über irgendetwas zu meckern. Und so ist es dann auch heute.

Danny ist Danny und Danny bleibt Danny und damit sich treu. Alle Songs, auch die schon etwas Betagteren, klingen frisch und kommen voller Emotion von der Bühne. Für mich der absolute Hammer an diesem Abend ist Danny’s Version von Peter Green’s «Love That Burns». Das schmeichelt sich direkt unter die Gänsehaut und explodiert mitten im mitfühlenden Herz. Volltreffer.

Danny lässt seine «Fret-King Guitar» brüllen, kreischen, heulen und im nächsten Moment wieder fast verstummen, der Song bekommt so seine ganz eigene aufwühlende Farbe und eine immer wieder überraschende Dynamik. Selbst Danny’s Mutter Heather, die das Management innehat, ist vollkommen überrascht: „Ich wusste gar nicht, dass er den Titel spielt.“ Doch Danny tut das mit einer natürlichen, unangestrengten Selbstverständlichkeit und Inbrunst, authentischer kann man einen Song wie diesen nicht interpretieren. Hut ab.

Ähnlich stark kommt der Titelsong der aktuellen CD «Just As I Am» an meine Ohren. Sehr schöne Soloeinlagen teils à la Robin Trower, einem von Mr. Bryant‘s dedizierten ganz großen Vorbildern. Wiederum ganz großes Blueskino.

Weiter hören wir u.a. «Good Time Woman», «Girl From The North Country», «Always With Me» und «Master Of Desaster».

Es ist der Beginn einer kleinen Tour über das europäische Festland. Dass Danny gleich am ersten Konzertabend alle Torpedos zu einem breit gefächerten Klangfeuerwerk aller erster Güte zündet und keinerlei Zweifel über seine Musikalität und sein Können aufkommen lässt, ist bemerkenswert.

Danny BryantDanny Bryant - Trevor BarrTrevor Barr - Ken Bryant

Eine nicht gerade unwichtige Arbeit leisten natürlich seine beiden Mitstreiter: Papa Ken am Bass und Trevor Barr an den Drums. Nach all den Jahren ist das Bandgefüge eine in sich gefestigte und geschlossene Einheit, wie man sie heutzutage leider nicht mehr allzu oft findet.

Auf diese Musiker lässt sich bauen. Und genau das tut Danny dann auch wieder. Gute zwei Stunden versorgt er die etwa (leider nur) 60 Anwesenden mit seiner Musik. Meistens wird ja seine Gitarrenarbeit immer im Vordergrund gesehen. Darum möchte ich auch seine Stimmgewalt nicht unerwähnt lassen. Tonsicher und variabel ist sie und kräftig, so kräftig, dass einmal bequem vom Bühnenrand auch ohne Mikrofon ins Publikum singt. Die Stimme ist auch so vier bis fünf Meter von der Bühne entfernt bestens zu verstehen.

Und am Schluss hat er uns alle in der Tasche, wir, das Publikum fordern mehr und bekommen mehr. Es ist Zugabenzeit. Hier spielt Danny zwei Coverversionen: Bob Dylan’s: «Knocking On Heaven’s Door» und Jimi Hendrix’ «Voodoo Chile», in das er überraschenderweise ein Zitat aus «Somewhere Over The Rainbow» einbaut. Nochmals Gänsehaut pur.

Fazit: Für 12 Euro Eintritt gibt es die volle Breitseite an modernem, britischen Blues. Danny Bryant ist mit seiner Band ziemlich lange auf Tour. Check it out. Es ist sicher kein Fehler, eines dieser Konzerte zu besuchen.
Darum meine uneingeschränkte Empfehlung: Unbedingt nicht verpassen.

Charlie Fabert & Paul Cox am 09.09.2010 im Spirit of 66 in Verviers (B)

Charlie Fabert

Charlie Fabert

Auf meiner Liste der Bluesgitarristen, die ich mir unbedingt einmal live anschauen will, steht er schon lange. Charlie Fabert, 1988 in Vitry-le-François, einem kleinen Ort in Ostfrankreich geboren, ist einer der besten jungen, aufstrebenden Vertreter des Genres, die unser Nachbarland zu bieten hat.

Fred Chapellier, mittlerweile auch als Gitarrist über die Grenzen Frankreichs bekannt, hat vor Jahren schon Charlie unter seine Fittiche genommen.

Da steht er nun auf der Bühne des Spirit of 66 mit seiner Band und spielt den Blues. Und das tut er schlicht gesagt einfach großartig.

Schon nach den ersten Takten geht mir das musikalische Herz auf und ich bin froh, dass sich mich an diesem Abend noch aufgerafft habe, hierher nach Verviers zu kommen.

Albert King’s «I’ll Play The Blues For You» ist auch heute Abend das große Motto. Und Charlie Fabert hat mit seinen noch 21 Jahren genau diesen Blues in den Adern und in den Fingerspitzen, um eben diesem Titel gerecht zu werden wie auch beispielsweise Jimmy Reed’s «Baby What You Want Me to Do».

Was da aus den sechs Saiten seiner Stratocaster schwingt, ist schon gehobene Klasse. Sicherlich ist da noch genügend Spielraum nach oben, doch wenn er so weiter macht und ein Konzert nach dem anderen spielt, hat er das Zeug zu einem der ganz Großen nicht nur Frankreichs zu werden.

Dazu ist der schlaksige Monsieur Fabert mit einer Stimme gesegnet, deren Reife man einem Mann Anfang Zwanzig nicht sofort zuordnen würde. Sie ist fest, variantenreich, eindringlich und immer auf der (Ton)Höhe des Geschehens.

Am meisten beeindruckt er mich stimmlich wie gitarristisch mit seinem eigenen Song «Something Special». Der Song fängt als Ballade an, mausert sich zu einem Blues allererster Güte und endet in einem Gitarrensolo, in dem Charlie die Freiräume ausnutzt, die die von ihm selbst gesetzten Harmonien zulassen. Ganz großes Blueskino!

Apropos Kino (oder eher Heimkino): Eine Konzert DVD ist in Arbeit und steht kurz vor der Veröffentlichung. Hierauf darf man gespannt sein. Genauso wie auf Charlie’s erste CD, die produktionsmäßig gerade im letzten Stadium ist. Dazu muss noch ein Vertrieb gefunden werden.

Aber Charlie ist optimistisch, dass das Oeuvre noch dieses Jahr auf den Markt kommt.
Charlie erzählt mir später nach dem Gig, dass er etwa mit 14 Jahren mit dem Gitarrenspiel angefangen hat. Früh übt sich…

Seine Band besteht aus: Philippe Dandrimont – Bass, Pierre-Alain Delaunoy – Drums und Vartan Fau– Organ & Piano.

Das Zusammenspiel dieser Formation ist tadellos, jeder in der Band hat und kennt seine Aufgaben. Der Spielspaß ist vom ersten Titel deutlich spürbar. Tolle Band, tolle Einzelleistungen und ein tolles Repertoire, das aus einer Mischung von selbst geschriebenen und Standardmaterial besteht.

Nach der Pause räumt Charlie das Mikrofon des Leadsängers und überlässt es dem stimmgewaltigen Briten Paul Cox.

Zugegebenermaßen ist Mr. Cox für mich kein beschriebenes Blatt. Er kann allerdings schon auf eine Reihe eigener Musikveröffentlichungen zurückblicken. Er sammelte erste Erfahrungen im Musikgeschäft Anfang der achtziger Jahre, nahm eine Platte auf der John Slaughter Band, Es folgten einige Soloprojekte.

Paul Cox verfügt über eine großartige Stimme, die der Charlie’s um einiges voraus ist; vor allem ist es ihre Reife, mit der sie hier punkten kann.

Bei den beiden ersten Titeln grübele ich noch, an wen mich sein Timbre erinnert. Doch dann bin ich mir schnell mit mir selbst einig: Paul’s Stimme erinnert mich an die von Frankie Miller.

Und genau der Eindruck wird später bestätigt, als Paul Frankie’s Song «Be Good To Yourself» präsentiert.

Weitere Titel sind «Weekend Bluesman», «Everybody Needs Somebody To Love» oder «Paper Thin».

Alles in allem ist auch der zweite Part des Konzerts eine gelungene Sache.

Als letzte Zugabe spielen Charlie Fabert und seine Band allerdings dann wieder ohne Mr. Cox den Song «Caledonia» und entzünden damit erneut ein musikalisches Feuerwerk, das in mir noch während der Heimfahrt nachhallt.

Fazit: Charlie Fabert ist auf dem besten Weg ein ganz Großer in Sachen Bluesgitarre zu werden. Ich werde seinen Weg weiter beobachten und freue mich schon jetzt auf die nächste Begegnung.
Also wenn in der Nähe unbedingt nicht verpassen.

5:15

Mond

Mond (zur Musik aufs Bild klicken)

Es gibt Dinge, die kennt man schon seit gefühlten Ewigkeiten, aber das nur oberflächlich und irgendwie so nebenbei, ohne dass sie größere Beachtung bekommen. Und plötzlich durch eine unvorhersehbare launische Spielerei des Schicksals bekommen sie eine nie mehr auslöschbare Bedeutung. Und es tickt im Hirn so laut und vernehmlich und das Herz vergisst schon mal den einen oder anderen Schlag. So liege ich an diesem Strand und ich weiß es ist ein Traum. Das Meer ist ruhig. Die Sterne glitzern in der himmlischen Kuppel über mir. Meteore schlagen ineinander ein, Kometen ziehen ihre Schweife, Sternschnuppen verglühen eine nach der anderen, ohne dass ich in der Lage wäre, so schnell Wünsche zu formulieren. Der grelle Mond lächelt breit über die Szenerie. Wolken schieben sich schleierhaft vor ihn. Es könnte durchaus sein, dass ganze Galaxien explodieren in dieser Nacht. Mir wäre es egal, vollkommen egal. Langsam erhebe ich die Hand, um sie noch langsamer sinken zu lassen. Als ich die Wasseroberfläche berühre, spüre ich die Oberflächenspannung, aber nur für einen kurzen Augenblick, dann taucht sie ein, meine Hand, ins salzige Nass. Die Finger spreizen sich, das Wasser umspült sie sanft. Ich lasse sie spielen wie auf den Tasten eines Klaviers. Im eigenen Takt sich an den Rhythmus der Wellen gewöhnen. Die Melodie ist lange bekannt und doch wie immer unnachahmlich neu. Allmählich setzt die Flut ein, die Brandung steigert sich in ihren schäumenden Rausch. Langsam zähle ich in der Ahnung, dass es wieder die siebte Welle sein wird. Mag sie mich fort tragen oder nicht. Und immer pocht der Gedanke in meinem Kopf: Träum weiter, wache nur nicht auf jetzt. Mein Blick fällt auf den Leuchtturm: Wo eben noch in gleichmäßigem Schein ein Lichtstrahl sanft durch die Nacht fuhr, leuchten jetzt rote Ziffern. Es ist Viertel nach Fünf. Irgendwo startet in diesem Augenblick ein Flugzeug oder fährt ein Zug ab. Ich schließe wieder die Augen, lächele wie so oft um diese Zeit.

Morblus in La Chèze (F) beim „Blues au Château 2010“

Morblus in La Chèze (F) beim „Blues au Château 2010“

Die Band um Mastermind Roberto Morbioli habe ich in La Chèze kennen und schätzen gelernt. Wieder einmal ein Beweis dafür, dass eine CD- Aufnahme nicht in der Lage ist, das wiederzugeben, was ein Livekonzert ausmacht.

Nun ja, die CD „ I Can’t Go Wrong“ stammt bereits aus dem Jahre 2006. Weder das personelle Line Up noch das Musikalische haben noch viel mit dieser Produktion zu tun, die sich vornehmlich im R & B Bereich bewegt. Keine Frage, ein gelungenes Werk, aber nicht dem entsprechend, was die vierköpfige Band heutzutage auf die Bühne zaubert.

Das sind: Roberto Morbioli: Guitar & Vocals, Daniele Scala: Hammond & Keyboards, Stefano Dallaporta: Bass und Diego Pozzan: Drums

So wird Morblus 2010 zu einer musikalischen Erfahrung, die mich immer wieder schier aus den Schuhen haut. Roberto spielt eine Telecaster, deren Finish längst der Vergangenheit angehört. Das am Rande. Viel interessanter ist, wie er sie spielt.

Mann, oh Mann. Mensch und Instrument verschmelzen zu einer Einheit, sobald der Hebel „Showtime“ umgelegt ist. Da knallen Rhythmusriffs, da perlen Soli aus den sechs Saiten, dass es eine wahre Freude ist, sich dem anzuvertrauen, sich fortreißen zu lassen, egal wohin. Genuss pur ist garantiert, für den, der sich auf diese Reise durch die Bluesarten einlässt.

I‘ llPlay The Blues For You“, diesem Credo folgt Roberto auf der ganzen Linie. Im Gespräch hat er mir verraten, dass dieser Titel von Albert King, der Titel ist, der für ihn den Begriff Blues füllt.

Weitere Titel wie „Black Cat Bone„(s. Video oben), „Woman Across The River“ oder „My Shoes“ belegen auch die stilistische Vielfalt der Band.

Wenn man Morblus auf der Bühne live erlebt, ist man berauscht von der spielerisch wirkenden Perfektion, die die vier Musiker in der Lage sind, auf die Bühne und dem geneigten Hörer und der geneigten Hörerin in die Ohren zu bringen. Immer wieder frage ich mich: „Wo nimmt Italien nur immer wieder solche Ausnahmemusiker her?“

In La Chèze beim Festival „Blues au Château“ habe ich gleich zweimal das Vergnügen, diese Band bei der Arbeit zu erleben. Außerdem gibt es am Abschlussabend eine Jam- Session, in der Richie Arndt & The Bluenatics die Basis bilden und mit Rémy von der fabelhaften bretonischen Band Texaroma und Roberto Morbioli ein wahres gitarristisches Feuerwerk entfachen (s. Video unten). Wen es da noch auf den Sitzbänken hält, ist selber schuld.

Und mir ist längst klar, dass ich es bei diesen ersten Eindrücken von Morblus nicht bewenden lassen werde. Gerne werde ich zum Wiederholungstäter, denn ab Oktober sind sie wieder nördlich der Alpen unterwegs. Vielleicht auch in eurer Nähe. Oder wenn es auch nicht so ganz nah sein sollte: Ein paar Kilometer mehr dürfen es durchaus auch sein. Unbedingte Empfehlung an alle die, die frischen, modernen, von Gitarre und Hammondorgel getragenen Blues mögen.

Also unbedingt nicht verpassen. Das gilt ebenfalls für all die Veranstalter, die händeringend nach Top- Acts suchen.

Kontakt: http://www.morblus.com/ oder http://www.myspace.com/morblus/

Text und Fotos: (C) 2010 Tony Mentzel

Home Is Where The Heart Is

Home Is Where The Heart Is

Home Is Where The Heart Is (zur Musik aufs Bild klicken)

 Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Eine Reise habe ich wieder getan und ich kann eine Menge erzählen. Von Begegnungen mit lieben Menschen. Vom friedlichen Miteinander. Von atemberaubenden Sichten auf die Welt, auf das Meer. Von der Demut, mit der man sich vor all der gewaltigen Naturkulisse sieht. Von der Einsicht, wie winzig man ist im Gefüge des Ganzen. Von breiten, vierspurigen Wegen, die grobe Ziele rasend schnell erreichen lassen. Von staubigen, kleinen Pfaden, die zu wertvollen Kleinoden führen. Auch auf der Reise durch das Leben. Völlig überraschend und unplanbar. Die plötzliche und unerwartete Konfrontation mit dem Glück und der Magie des nie mehr wiederholbaren Augenblicks. Sprachlosigkeit im Antlitz der Schönheit und des Wissens am Ziel zu sein. Am Ziel nach all den leeren Stunden, nach all den mühevollen Strapazen, der Schwindel erregenden Berg- und Talfahrten, den dunklen Nächten in der Wüste Einsamkeit. Eine Hand, die sich erhebt zum Gruß. Türen und Arme, die sich öffnen. Das unsterbliche Gefühl willkommen zu sein. Auf dieser Reise durch Zeit und Raum, an fremde und unbekannte Gestade und wieder zurück in heimatliche, gewohnte Gefilde. Dorthin, wo man sich zu Hause fühlt. Wo man zu Hause ist und sehnlichst erwartet wird. Um dann zu erzählen von den Erlebnissen, die man hatte, für sich und meist ungeteilt. Und zu sagen, dass man sie lieber geteilt hätte, mit jemand, der den Blick hat für das, was schön ist und wesentlich. Aber dass es auch gut war, wie es war. Und dass es auch jetzt wieder gut ist, wie es ist. Zu Hause. Dort, wo das Herz ist.